Die EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe Hadja Lahbib reist in die Region der Großen Seen, um sich ein Bild von der humanitären Lage zu machen. Im Fokus stehen der Zugang zu Hilfsleistungen im Osten der DR Kongo sowie die Situation von Geflüchteten in Burundi. Gespräche mit Behörden und Konfliktparteien sollen Wege für sichere Hilfskorridore eröffnen.
Die amtierende MONUSCO-Chefin Vivian van de Perre ist nach Goma gereist, um mit verschiedenen Akteuren – darunter der Führung der AFC/M23 – die Vorbereitung eines Mechanismus zur Überwachung eines möglichen Waffenstillstands voranzutreiben.
Der Monitoring-Bericht für Januar 2026 dokumentiert zahlreiche schwere Menschenrechtsverletzungen in Burundi und weist auf eine weiterhin angespannte Lage hin. Neben gezielten Gewalttaten dokumentiert die Organisation auch systematische Einschüchterungen und mutmaßliche Folter durch staatliche Akteure. ACAT Burundi fordert ein Ende der Straflosigkeit und unabhängige Ermittlungen.
In Luanda, Angola, traf Tshisekedi auf João Lourenço, den AU Vermittler Faure Gnassingbé und Olusegun Obasanjo. Eine kurze Pressemitteilung kündigte zentrale Schritte im Friedensprozess an, darunter ein Mandat für Angola zur Aufnahme von Konsultationen mit allen Konfliktparteien in Nord- und Süd-Kivu. Tshisekedis Ziel sind Sanktionen gegen die AFC/M23 und eine diplomatische Isolation Ruandas.
Im Rahmen Ruandas breit angelegten humanitären Außenpolitik hat Kigali mehrere Tonnen Lebensmittel, wichtige Medikamente und Notfallausrüstung nach Mosambik geschickt. Zuvor hatten schwere Regenfälle dort zahlreiche Todesopfer gefordert und viele Menschen obdachlos gemacht.
In Doha wurde am 2. Februar ein Mandat verabschiedet, das vorsieht, dass die UN Mission MONUSCO die Überwachung des Waffenstillstandsabkommens zwischen der M23 und der kongolesischen Regierung unterstützen soll. Die Entscheidungsbefugnisse sowie die Durchführung der tatsächlichen Kontrollen verbleiben jedoch vollständig bei den beiden Konfliktparteien.
In Rubaya sind beim Einsturz einer von der M23 kontrollierten Coltanmine über 200 Menschen ums Leben gekommen, begünstigt durch Starkregen, schlechte Wartung und gefährliche Arbeitsbedingungen. Die Mine zählt zu den wichtigsten Coltanvorkommen weltweit.
Die kongolesische Regierung kündigt an, einen eigenen Kandidaten für das Amt des Generalsekretärs der Internationalen Organisation der Frankophonie (OIF) zu nominieren. Die Entscheidung erfolgt vor dem Hintergrund diplomatischer Spannungen zwischen Kinshasa und Kigali, die beide ihren Einfluss innerhalb der Frankophonie stärken wollen.
Ruanda hat ein internationales Schiedsverfahren gegen das Vereinigte Königreich eingeleitet, weil London ein umstrittenes Migrationsabkommen von 2022 nicht ordnungsgemäß beendet und zugesagte Zahlungen nicht vollständig geleistet haben soll. Das Abkommen war bereits zuvor international stark kritisiert worden.
Frankreich fordert ebenso wie die kongolesischen katholischen und protestantischen Kirchen einen nationalen Dialog der ein Minimum an Konsens ermöglichen soll. Die Initiative soll ergänzend zu Doha und Washington laufen. In Luanda wurde bereits ein initialer Entwurf für diesen Dialog ausgearbeitet; derzeit steht noch die Reaktion von Félix Tshisekedi aus.
Bei einem Treffen hochrangiger Vertreter:innen in Lomé, Togo, am 17. Januar 2026 einigten sich die Teilnehmenden darauf, die afrikanischen Friedensvermittlungen in der Region der Großen Seen zu strukturieren und einen Aktionsplan zu erarbeiten. Fünf ehemalige Staatschefs sollen als Co-Facilitatoren fungieren und jeweils eine thematische Zuständigkeit übernehmen.
Die langjährige Generalsekretärin der Internationalen Organisation der Frankophonie (OIF) Louise Mushikiwabo wird erneut von Ruanda für den Vorsitz nominiert. Kigali verweist auf spürbare Reformen sowie auf den wachsenden Einfluss französischsprachiger Staaten.
Die Sicherheitslage für humanitäre Helfer in der DR Kongo spitzt sich dramatisch zu. Die UNO meldet für 2025 insgesamt 626 Vorfälle, besonders im konfliktreichen Osten des Landes. Gewalt, Unsicherheit und eingeschränkte Bewegungsfreiheit gefährden zunehmend lebenswichtige Hilfseinsätze.
Während die internationale Aufmerksamkeit weiterhin stark auf Nord-Kivu gerichtet ist, bleibt die Sicherheitslage in der Provinz Ituri angespannt. In der Umgebung von Bule kommt es erneut zu Kämpfen zwischen bewaffneten Gruppen und der kongolesischen Armee, mit zahlreichen zivilen Opfern. Gleichzeitig verschlechtert sich die humanitäre Situation für zehntausende Binnenvertriebene weiter.
Nach der Einnahme der Grenzstadt Uvira durch die Rebellengruppe M23 werfen die USA Ruanda einen klaren Bruch des kürzlich in Washington unterzeichneten Friedensabkommens mit der DR Kongo vor. Washington warnt vor einer weiteren Eskalation mit ernsten Folgen für die gesamte Region, insbesondere für das Nachbarland Burundi, und ruft alle Parteien zur Zurückhaltung auf.
Am 9. Dezember drang die von Ruanda unterstützte M23 in die Vororte der strategisch wichtigen Stadt Uvira im Osten der DR Kongo ein. Innerhalb weniger Tage flohen über 30.000 Menschen ins benachbarte Burundi. Augenzeugen berichten von chaotischen Szenen und Plünderungen, während die burundische Regierung vor einer regionalen Eskalation im Konflikt warnt.
Ruandas Präsident Paul Kagame und Kongos Präsident Félix Tshisekedi haben am 4. Dezember 2025 in Washington unter Vermittlung von US-Präsident Donald Trump ein Abkommen unterzeichnet, das Maßnahmen zur Beendigung der Feindseligkeiten, regionale wirtschaftliche Integration und die Nutzung strategischer Mineralien umfasst. Trotz dieser Vereinbarung dauern in Süd-Kivu heftige Kämpfe zwischen der M23 und der kongolesischen Armee an.
Am 4. Dezember 2025 soll ein von der US-Regierung vermitteltes Friedensabkommen von den Präsidenten der DR Kongo und Ruandas in Washington unterzeichnet werden. Ziel ist es, dass die Kämpfe beendet und die Gewalt im Osten der DR Kongo gestoppt wird – etwas, das früheren Vereinbarungen bislang nicht gelungen ist.
Die Zahl der Menschenrechtsverletzungen in der DR Kongo ist im ersten Halbjahr 2025 dramatisch angestiegen. Bewaffnete Gruppen, aber auch staatliche Akteure hinterlassen tausende Opfer – vor allem im umkämpften Osten des Landes. Ein Bericht vom Gemeinsamen Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen (BCNUDH) zeigt das Ausmaß der Gewalt und offenbart alarmierende Entwicklungen.