Ruanda: Geplanter Formel-1-Grand-Prix löst Kritik aus

In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit den Verantwortlichen der Formel 1 hat Präsident Paul Kagame die Rückkehr der Rennserie auf den afrikanischen Kontinent angekündigt. Nach Angaben der Formel 1 soll Ruanda Anfang der 2030er Jahre in den Rennkalender aufgenommen werden. Zuletzt fand 1993 ein Grand Prix in Afrika statt. Ruanda setzte sich mit seinem Angebot gegen Bewerbungen aus Marokko und dem ehemaligen Gastgeber Südafrika durch. 

Die Rennstrecke soll im Rahmen eines neuen Bauprojekts in Bugesera südlich von Kigali entstehen. Das Gebiet liegt in der Nähe des neuen internationalen Flughafens. Das Projekt wird vom staatlichen Entwicklungskomitee betreut und unterstützt, welches für die Marke „Visit Rwanda“ zuständig ist. Die Marke ist bereits durch Sponsoring im internationalen Sport präsent. Zu den Partnern gehören unter anderem die Fußballvereine Bayern München und Paris Saint-Germain. Kagame bekräftigte zudem das Ziel, weitere internationale Sportveranstaltungen nach Ruanda zu holen. Bereits 2025 war Kigali Austragungsort der Straßenrad-Weltmeisterschaften, die erstmals in Afrika stattfanden. 

Das wachsende Engagement Ruandas im internationalen Sport löst „Sportswashing“-Vorwürfe aus. Kritiker:innen werfen der Regierung vor, Sportveranstaltungen zu nutzen, um ihr internationales Ansehen zu verbessern und von Menschenrechtsfragen abzulenken. Im Verlauf der Verhandlungen hatte sich bereits die kongolesische Außenministerin Thérèse Kayikwamba Wagner in einem Schreiben an die Formel 1 gegen das Projekt ausgesprochen. Nach der Ankündigung äußerte auch Amnesty International UK Kritik. Die Organisation forderte die Formel 1 auf, sich nicht instrumentalisieren zu lassen, um von Ruandas Rolle im Konflikt im Osten der DR Kongo und der Menschenrechtslage im Land abzulenken. 

Der Artikel ist auf Englisch bei New York Times - The Athletic erschienen.

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