DR Kongo: UN‑Bericht meldet deutlichen Anstieg der Menschenrechtsverletzungen im Jahr 2025

Ein neuer Bericht der Vereinten Nationen zeichnet ein alarmierendes Bild der Menschenrechtslage in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) im Jahr 2025. Demnach bleiben außergerichtliche Hinrichtungen die am häufigsten dokumentierte Form von Gewalt: Mehr als 3.900 Menschen wurden getötet, darunter fast 300 Kinder. Zudem wurden rund 4.200 Personen entführt, darunter über 200 Minderjährige. Besonders betroffen sind weiterhin die Provinzen Nord-Kivu, Süd-Kivu und Ituri.

Die Hauptverantwortung für die Übergriffe tragen laut Bericht bewaffnete Gruppen. An erster Stelle steht die M23, gefolgt von den Wazalendo-Milizen, der ADF und der Codeco. Auch bei konfliktbedingter sexueller Gewalt zeigt sich eine deutliche Verschärfung der Lage: Die Zahl der dokumentierten Fälle stieg im Vergleich zum Vorjahr um fast 60 Prozent auf mehr als 600 Opfer.

Der Bericht benennt jedoch auch staatliche Akteure als Verantwortliche. Angehörige der Armee (FARDC), der Polizei sowie des Geheimdienstes (ANR) sollen für etwa ein Fünftel der Fälle sexueller Gewalt verantwortlich sein. Die Regierung verweist auf eingeleitete Reformmaßnahmen und bestreitet zugleich Vorwürfe rechtswidriger Inhaftierungen.

Besondere Sorge bereiten dem UN-Menschenrechtsbüro auch Fälle willkürlicher Festnahmen und Folter durch Geheimdienste. Hunderte Menschen sollen ohne richterliche Kontrolle und ohne Kontakt zu Anwälten oder Familienangehörigen festgehalten werden. Kritisiert wird insbesondere der Nationale Rat für Cyberabwehr (CNC), der laut Bericht trotz fehlender rechtlicher Grundlage Personen in inoffiziellen Haftorten in Kinshasa festhält.

Zugleich steigt der Schutzbedarf für Zivilpersonen deutlich an. Mehr als 600 Menschen – darunter Journalisten, Aktivisten und Hinweisgeber – beantragten 2025 individuellen Schutz, mehr als dreimal so viele wie im Vorjahr. In den meisten Fällen geht die Bedrohung laut Bericht von der AFC-M23 aus.

Der Bericht ist auf Französisch bei rfi Afrique erschienen. 

zum Artikel