Wer kauft Ruandas geschmuggeltes Coltan? Der weltweite Weg des Coltans von der DR Kongo in die Elektronikindustrie

Eine einjährige Untersuchung der Organisation Global Witness zeichnet den Weg von Coltan aus den Minen von Rubaya in der Provinz Nord-Kivu über Ruanda bis in internationale Lieferketten nach. Rubaya gilt als bedeutende Quelle für Coltan, das zur Gewinnung von Tantal verwendet wird – einem wichtigen Rohstoff für Kondensatoren in Smartphones, Computern, Autos und anderen elektronischen Geräten.

Nach Angaben von Global Witness werden die Minen von Rubaya von der AFC/M23 kontrolliert. Die Organisation wirft der bewaffneten Gruppe vor, durch die Ausbeutung der dortigen Rohstoffe Einnahmen für ihre Aktivitäten zu erzielen. Gleichzeitig habe sich Ruandas Coltan-Export in den vergangenen drei Jahren mehr als verdoppelt.

Global Witness identifizierte sieben Unternehmen, die nach eigenen Angaben rund 85 Prozent des ruandischen Coltan exportieren. Interviews mit Händlern und weitere Recherchen hätten ergeben, dass mindestens fünf dieser Unternehmen Coltan aus der DR Kongo beziehen und über Zwischenhändler an Schmelzwerke in China und Kasachstan weiterverkaufen. Dort wird das Mineral zu Tantal verarbeitet und anschließend für die Elektronikindustrie weiterverwendet.

Nach Einschätzung von Global Witness besteht dadurch das Risiko, dass Konflikt-Coltan aus der DR Kongo in die Lieferketten internationaler Unternehmen gelangt. Global Witness nennt unter anderem Microsoft, Vodafone, Sony, Amazon, Nvidia, LG Display, Ericsson, Toyota und Apple als Unternehmen, deren Lieferketten betroffen sein könnten. Sie fordert Unternehmen auf, die Herkunft von Coltan aus Ruanda besonders gründlich zu überprüfen, und die internationale Gemeinschaft zu Sanktionen gegen Verantwortliche und Profiteure des Rohstoffhandels.

Den kompletten Bericht von Global Witness, der im Juni 2026 auf Englisch publiziert wurde, können Sie als PDF runterladen.