Ruanda: USA sanktionieren ruandische Goldraffinerie Gasabo Gold

Am 25. Juni 2026 verhängte das US-Finanzministerium neue Sanktionen gegen die Goldraffinerie Gasabo Gold in Kigali sowie gegen deren Präsidenten Jean Malic Kalima Karekezi, Geschäftsführer Bosco Kayobotsi und drei weitere ruandische Bergbauunternehmen. Gasabo Gold wird vorgeworfen, als Umschlagplatz für Gold zu dienen, das in von der M23 und der ruandischen Armee besetzten Gebieten in Süd-Kivu, im Osten der DR Kongo, gefördert wurde. Ruandische Soldaten und M23-Kämpfer sollen den sicheren Transport des Goldes zur Grenze organisiert haben, von wo es nach Kigali gebracht und dort weiterverarbeitet wird. Seit Anfang 2026 sollen mindestens 60 Kilogramm Gold im Wert von mehreren Millionen Dollar diesen Kreislauf durchlaufen haben.

Die Sanktionen reihen sich in eine Serie von Maßnahmen der USA gegen konfliktbezogene Bergbaunetzwerke ein, die seit Sommer 2025 schrittweise ergriffen wurden. Dazu gehören Sanktionen gegen bewaffnete Gruppen und Bergbauunternehmen, gegen die ruandische Nationalarmee selbst sowie gegen Einzelpersonen aus dem Führungskreis der AFC/M23 und der FDLR. Jede Maßnahme zielt dabei auf andere Akteure und Kreisläufe ab.

Auch die EU hat Sanktionen gegen die Goldraffinerie verhängt. Gasabo Gold steht bereits seit März 2025 auf der europäischen Sanktionsliste, über ein Jahr vor der US-Entscheidung. Auch andere nun von Washington sanktionierte Personen hatte die EU bereits erfasst. Damit reagieren die USA mit deutlicher Verzögerung auf Problematiken, die Europa längst identifiziert hatte. 

Die Sanktionen wurden am Tag nach einem Treffen in London zur Umsetzung des Friedensabkommens zwischen der DR Kongo und Ruanda verkündet. Trotz anhaltender Kämpfe und einer sich verschärfenden humanitären Lage, auch durch die Ebola-Epidemie, bekräftigen beide Seiten bei dem Treffen die vollständige Umsetzung des Abkommens zu verfolgen. 

Der Artikel ist auf Französisch bei rfi erschienen.

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