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Ruanda: Familien ruandischer Soldat:innen trauern still um ihre Angehörigen
Zwischen März und Oktober 2025 hat das ruandische Verteidigungsministerium mehrfach zum Eintritt in die Armee aufgerufen. Nach Angaben der Vereinten Nationen hat Ruanda zwischen 4.000 und 7.000 Soldaten im Osten der DR Kongo eingesetzt. Die ruandische Regierung dementiert dies immer wieder.
Human Rights Watch wies in einem Bericht vom vergangenen September auf eine deutliche Zunahme der Gräber auf dem Militärfriedhof von Kanombe in der ruandischen Hauptstadt Kigali hin. Demnach sollen zwischen Dezember 2024 und Juli 2025 bis zu 400 neue Gräber hinzugekommen sein.
Familien der Verstorbenen berichten, dass sie nicht über die Todesumstände informiert werden. Verletzungen würden verdeckt werden, manche Angehörige würden gar nicht benachrichtigt. Zeugen zufolge wurden Familien angewiesen, Todesfälle geheim zu halten. Dies lässt viele Angehörige verzweifelt zurück. Eine Familie behauptet, die ruandische Regierung habe ihnen als Entschädigung für ihren Verlust zwei Millionen Ruanda-Franc – rund 1.160 Euro – angeboten.
Auf Nachfragen weist die Regierung die Vorwürfe zurück und verweist auf Verantwortliche in der DR Kongo. Zugleich räumt Ruanda zunehmend eine Unterstützung der M23 ein, bezeichnet diese jedoch als „Sicherheitskoordination“ mit der AFC/M23 zum Schutz der Banyamulenge-Gemeinschaft vor einem erneuten Ausbruch von Gewalt.
Der Artikel ist auf Französisch bei Deutsche Welle erschienen.