Burundi: Mutmaßliche Zwangsrückführungen burundischer Flüchtlinge aus Tansania

Seit Dezember 2025 wurden zehntausende burundische Flüchtlinge aus Tansania nach Burundi zurückgeführt, die meisten aus dem im April 2026 geschlossenen Geflüchtetenlager Nduta. Ob die Rückkehr tatsächlich freiwillig erfolgte, wird in Frage gestellt. Geflüchete sowie Vertreter:innen von Hilfsorganisationen und der Zivilgesellschaft berichten von Einschüchterungen durch die tansanische Polizei. In Burundi selbst nähren willkürliche Verhaftungen die Furcht der Rückkehrer:innen – insbesondere bei jenen, die der Opposition nahestehen.

Der Zeitpunkt der Rückführungen ist politisch brisant, da im Mai 2027 in Burundi Präsidentschaftswahlen da in Burundi im Mai 2027 Präsidentschaftswahlen anstehen. Bereits vor den Wahlen 2020 nutzte die Regierung Rückführungen, um den Eindruck innerer Stabilität zu vermitteln – nun warnen Beobachter:innen vor einer Wiederholung dieses Musters. Viele Geflüchtete wurden in tansanischen Lagern geboren und haben selbst nie in Burundi gelebt. Für sie bedeutet "Rückkehr" die Ankunft in einem fremden Land. Nach jahrzehntelanger Abhängigkeit von humanitärer Hilfe fehlen ihnen die Mittel eine eigenständige Existenz aufzubauen. Die finanzielle Unterstützung bei der Rückkehr beschränkt sich auf eine Einmalzahlung von 150 US-Dollar, ohne Zugang zu Wohnraum, Einkommen oder Grundversorgung.

Darüber hinaus werden langfristige Reintegrationsprogramme gefordert, die bestehende strukturelle Abhängigkeiten berücksichtigen und durch Maßnahmen wie Berufsausbildungen, Schulgebührenbeihilfen oder Mikrokredite nachhaltige Perspektiven schaffen. Die Rückkehr burundischer Geflüchteter dürfe dabei nicht als politisches Erfolgskriterium verstanden werden, sondern müsse auf Freiwilligkeit, Sicherheit und Wahrung der Menschenwürde beruhen.

Der Artikel ist auf Englisch bei News24 erschienen.

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