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IPIS-Studie: Mobondo Konflikt im Westen der DR Kongo droht sich zu verstetigen
Im November hat das IPIS eine Studie veröffentlicht, die davor warnt, den Konflikt im Westen der DR Kongo aus dem Blick zu verlieren. Seit 2022 wurden in diesem Konflikt mehr als 5.000 Menschen getötet und rund 280.000 vertrieben. Inzwischen sind fünf Provinzen betroffen: Maï‑Ndombe, Kwango, Kwilu, Kongo Central sowie die ländliche Gemeinde Maluku in Kinshasa. Der Bericht analysiert die Ursachen des Konflikts und ordnet die interethnischen Spannungen in ihren historischen, administrativen und sozioökonomischen Kontext ein. Zudem erklärt er die Entstehug der bewaffneten Bewegung „Mobondo“, die die Gewalt maßgeblich antreibt.
Der Konflikt begann im Juni 2022, als Streit über erhöhte traditionelle Abgaben der Teke‑Autoritäten an Yaka‑Bauern im Dorf Masia‑Mbe eskalierte. Die Tötung eines Pächters löste gewaltsame Vergeltungsaktionen aus und führte zur Entstehung der Miliz „Mobondo“. Aus dem lokalen Aufstand entwickelte sich rasch eine breitere bewaffnete Bewegung, getragen von jungen Männern aus benachteiligten ländlichen Gemeinden, die unter Landkonflikten, Arbeitslosigkeit, Korruption und fehlender staatlicher Präsenz litten. Die Gewalt weitete sich 2023 von Kwamouth über Maluku bis in die Provinzen Kwango und Kwilu aus und erreichte schließlich die Peripherie von Kinshasa.
Die Studie empfiehlt ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Bewältigung des Mobondo-Konflikts. Insgesamt können ihre Forderungen in fünf Bereiche gegliedert werden:
(1) Stärkung von Sicherheit und staatlicher Autorität (Bekämpfung der Mobondo‑Stützpunkte, wirksame Abrüstungs-, Demobilisierungs- und Reintegrationsstrategie, illegale Steuerabgaben bekämpfen, Bewegungsfreiheit sicherstellen (auch für humanitäre Hilfe), bessere Landverwaltung)
(2) Förderung von inklusivem Frieden und sozialem Zusammenhalt (Dialog innerhalb und zwischen Gemeinschaften unterstützen, Einbindung bestehender traditioneller Strukturen, Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen NGOs)
(3) Umsetzung von Gerechtigkeit und Versöhnung (Unabhängige Untersuchungen anstreben, Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen, Straffreiheit bekämpfen, Übergangsjustiz ermöglichen)
(4) Sozioökonomischer Wiederaufbau und Stärkung der Resilienz (Wiederaufbau von Infrastruktur, Unterstützung für Betroffene, Beschäftigung und Unternehmertum unterstützen, nachhaltige und langfristige Entwicklungsansätze einbeziehen)
(5) Mobilisierung diplomatischer und internationaler Maßnahmen (Krise auf politische Agenden setzen, finanzielle und operative Unterstützung stärken, Koordination zwischen Regierungen, Gebern, UN und Zivilgesellschaft)
Der gesamte Bericht wurde auf Französisch von IPIS veröffentlicht. Eine Executive Summary wurde auf Englisch verfasst.