ÖNZ-Pressemitteilung: Die Ermordung des italienischen Botschafters bringt die Gewalt in der DR Kongo in die internationale Presse: Die Sicherheitslage und die Rechtlosigkeit der Bevölkerung im Ostkongo sind dramatisch

ÖNZ-Pressemitteilung: Die Ermordung des italienischen Botschafters bringt die Gewalt in der DR Kongo in die internationale Presse: Die Sicherheitslage und die Rechtlosigkeit der Bevölkerung im Ostkongo sind dramatisch

(Berlin, 26.02.2021) Die Ermordung des italienischen Botschafters bringt die Gewalt in der DR Kongo in die internationale Presse: Die Sicherheitslage und die Rechtlosigkeit der Bevölkerung im Ostkongo sind dramatisch

Der italienische Botschafter in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) Luca Attanasio, sein italienischer Leibwächter Vittorio Lacovacci und der kongolesische Fahrer Moustapha Milambo Baguma wurden am Montag, den 22. Februar, bei einem Angriff auf ihr Fahrzeug in der Provinz Nord-Kivu getötet. Die Delegation war von der Provinzhauptstadt Goma aus unterwegs, um ein Projekt des Welternährungsprogramm im Gebiet Rutshuru zu besuchen, als sie in einen bewaffneten Hinterhalt gerieten. Nur einen Tag später, am 23. Februar töteten Milizen elf Zivilist:innen in der Nähe der Stadt Beni.

Diese beiden tödlichen Angriffe sind nur zwei Momentaufnahmen der unaufhörlichen Gewalt und der Rechtlosigkeit, unter der die kongolesische Bevölkerung seit Jahren leidet. Laut der Vereinten Nationen wurden von Juli bis Dezember 2020 alleine in der Region Nord-Kivu 468 Menschen getötet, darunter 108 Frauen und 15 Kinder. Fast täglich beklagt die Bevölkerung Tote durch Angriffe von bewaffneten Gruppen. Der Kivu Security Tracker vom 23. Februar dokumentiert 122 bewaffnete Gruppen im Osten der DR Kongo, die für Gewalt und Unsicherheit sorgen.

„Dieser tragische Vorfall sollte ein Alarmsignal sein und deutsche sowie internationale politische Akteure aufrufen, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um für ein Ende der Angst und jahrzehntelangen Gewalt zu sorgen, der die Menschen im Ostkongo ununterbrochen ausgesetzt sind,“ so Gesine Ames, Koordinatorin vom Ökumenischen Netz Zentralafrika.

„Dazu ist es dringend notwendig, dass die Regierung unter Präsident Tshisekedi die Sicherheit der Bevölkerung endlich prioritär behandelt. Internationale Organisationen müssen verstärkt die staatlichen Programme in den Bereichen Justiz, Armee und Sicherheit vor allem auf Menschenrechtskriterien hin überprüfen und begleiten sowie dringend benötigte Reformen in diesen Institutionen unterstützen. Der Kampf gegen die grassierende Straffreiheit und Korruption sind dabei die wichtigsten Ansatzpunkte.“, so Ames weiter.

Das Ökumenische Netz Zentralafrika hat ein Dossier zur wachsenden Unsicherheit in der DR Kongo veröffentlicht. Mit dem Fokus auf die drei östlichen Provinzen beschreibt es den verstetigenden Konflikt mit neuen Eskalationsstufen im Laufe des Jahres 2020.

Dossier lesen: Verstetigte Konflikte mit neuen Eskalationsstufen. Wachsende Unsicherheit in der DR Kongo

Das ÖNZ ist ein Netzwerk christlicher Hilfswerke in Deutschland für Frieden und Menschenrechte in Burundi, der DR Kongo und Ruanda. Träger ist Misereor und unterstützt wird das ÖNZ von AGIAMONDO, Brot für die Welt, Eirene, Misereor, pax christi und die Vereinte Evangelische Mission.

Ansprechpartnerin: Gesine Ames office [at] oenz.de, Tel.: 0049 (0)30 4862 5700

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Erscheinungsdatum

26 Februar 2021

Themen

Sicherheitslage, Gewalt, Milizen, Militär