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Region der Großen Seen: Neue EU-Mittel für humanitäre Unterstützung
Die EU stellt mehr als 80 Millionen Euro zur Bewältigung der humanitären Krise im Osten der DR Kongo sowie in der gesamten Region der Großen Seen bereit. Der Osten des Landes, der an Ruanda, Uganda und Burundi grenzt und reich an natürlichen Ressourcen ist, wird seit über drei Jahrzehnten von Gewalt erschüttert. Besonders verschärft hat sich die Lage seit dem Wiedererstarken der M23 im Jahr 2021. Die von Ruanda unterstützte Miliz kontrolliert seit Anfang 2025 unter anderem die Städte Goma und Bukavu sowie weite Teile der Provinzen Nord- und Süd-Kivu.
Von den insgesamt 81 Millionen Euro sollen 68 Millionen direkt für humanitäre Hilfe innerhalb der DR Kongo verwendet werden. Weitere 13,2 Millionen Euro sind für regionale Maßnahmen vorgesehen, insbesondere zur Unterstützung von Geflüchteten und zur Katastrophenvorsorge in der Region der Großen Seen.
Die Ankündigung erfolgt während einer Reise der EU-Krisenkommissarin Hadja Lahbib in die DR Kongo, nach Burundi und Ruanda. Ziel des Besuchs ist es, den dringendsten humanitären Bedarf vor Ort zu ermitteln und sich bei allen Konfliktparteien für einen sicheren Zugang für Hilfsorganisationen einzusetzen.
Nach Angaben der EU sind mehr als 21 Millionen Menschen in der DR Kongo auf humanitäre Hilfe angewiesen, rund 28 Millionen leiden unter akuter Ernährungsunsicherheit. Die jüngste Eskalation der Kämpfe in der Region Uvira in Süd-Kivu hat zudem zehntausende Menschen zur Flucht ins benachbarte Burundi gezwungen.
Der Artikel ist auf Französisch bei Le Monde erschienen.