DR Kongo: M23 behaupten Drohnenangriff auf Kommandozentrale in Kisangani für sich

Die Rebellengruppe M23 hat einen Drohnenangriff auf eine angebliche Kommandozentrale für Militärdrohnen in Kisangani für sich beansprucht und behauptet, diese zerstört zu haben. Offizielle Stellen der Provinz Tshopo meldeten hingegen, dass zwischen Samstag und Sonntag acht feindliche Drohnen abgefangen worden seien, bevor sie den Flughafen von Kisangani erreichen konnten. Es gab keine Opfer.

Kisangani liegt über 800 Kilometer von den aktuellen Frontgebieten im Osten der DR Kongo entfernt. Beobachter:innen werten den Angriff daher als neue Eskalationsstufe, da die M23 bisher Drohnen vor allem in unmittelbarer Nähe der Kampfzonen eingesetzt hatte. Laut dem Konfliktforscher Pierre Boisselet zeigt der Angriff eine neue Fähigkeit der Gruppe, tief im Landesinneren zuzuschlagen.

Der Vorfall ereignet sich in einer Phase intensiver diplomatischer Bemühungen. Katar vermittelt derzeit zwischen der M23 und der kongolesischen Regierung und hatte angekündigt, die UN‑Mission MONUSCO in die Überwachung eines möglichen Waffenstillstands einzubinden. Der Drohnenangriff auf Kisangani wirft jedoch Zweifel auf, ob die jüngsten Fortschritte in den verschiedenen Friedensprozessen tatsächlich belastbar sind oder ob die militärische Eskalation die Verhandlungen erneut untergräbt.

Beide Konfliktparteien beschuldigen sich regelmäßig, Drohnen in dicht besiedelten Gebieten einzusetzen. Nach Angaben aus kongolesischen Sicherheitskreisen gelten Drohnen innerhalb der Armee inzwischen als eines der effektivsten Mittel, um das Vorrücken der M23 und ihrer ruandischen Unterstützer zu bremsen.

Der Artikel ist auf Französisch bei Le Monde erschienen.

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