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DR Kongo: FARDC starten Gegenoffensive gegen M23 nahe strategischem Coltan-Gebiet in Nord-Kivu
Die Streitkräfte der DR Kongo haben am 25. Februar mehrere Angriffe gegen die AFC/M23 im Osten des Landes gestartet. Die Kämpfe konzentrieren sich vor allem auf Gebiete in der Nähe der strategisch wichtigen Bergbaustadt Rubaya in der Provinz Nord-Kivu. Rubaya ist eines der weltweit bedeutendsten Coltan-Abbaugebiete und produziert zwischen 15 und 30 Prozent des globalen Coltan-Angebots. Die DR Kongo verfügt über mindestens 60 Prozent der weltweiten Reserven dieses für die Elektronikindustrie wichtigen Minerals. Seit April 2024 steht das Gebiet unter Kontrolle der AFC/M23, die dort durch Besteuerung des Bergbaus erhebliche Einnahmen erzielt.
Die kongolesische Armee setzte bei ihren Angriffen unter anderem Drohnen ein. Bereits am Dienstag wurden M23-Kämpfer in der Nähe von Rubaya durch einen Drohnenangriff getroffen. Unabhängige Bestätigungen zu möglichen Opfern liegen jedoch nicht vor, da Kommunikationsnetze in der Region weitgehend zusammengebrochen sind. Ein von Angola vermittelter Waffenstillstand sollte am 18. Februar in Kraft treten, doch beide Seiten werfen sich gegenseitig Verstöße vor. Die Kämpfe haben sich zuletzt in den Provinzen Nord-Kivu und Süd-Kivu intensiviert.
Die FARDC werden von lokalen Milizen sowie rund 5.000 burundischen Soldat:innen unterstützt. Obwohl sie am Boden militärisch unterlegen sind, konnten sie ihre Positionen unter anderem durch internationalen Druck – insbesondere aus den USA auf Ruanda – sowie durch den Einsatz chinesischer und türkischer Langstreckendrohnen stabilisieren.
Der französische Präsident Emmanuel Macron forderte nach einem Treffen mit dem kongolesischen Präsidenten Félix Tshisekedi eine sofortige Waffenruhe und eine „dauerhafte politische Lösung“ für die Region der Großen Seen. Auch die UN-Mission MONUSCO beobachtet die Lage und dokumentiert mögliche Verstöße gegen den Waffenstillstand.
Der Artikel ist auf Französisch bei Le Monde erschienen.