Pressemitteilung: Ausmaß der sexuellen Gewalt in DR Kongo bislang unterschätzt (Kopie 1)

12. Mai 2011

Selbst Margot Wallstrom, U.N. Sondergesandte für Sexuelle Gewalt in Konfliktregionen ist überrascht von den Ergebnissen einer neuen Studie Johns Hopkins’ Bloomberg School of Public Health. Danach werden in der DR Kongo jährlich über 400.000 Frauen und Mädchen Opfer sexueller Gewalt. Diese Zahlen wurden durch eine umfassende Befragung von Frauen in der Krisenregion bestätigt. Diese Zahl liegt 16-mal höher als bisher von den Vereinten Nationen angenommen.

In der DR Kongo hat die Gewalt an Frauen viele Hintergründe. Familienstreitigkeiten, Landkonflikte, der Kampf um die natürlichen Rohstoffe, aber auch politische Kriege und ungehindert agierende Milizen machen immer wieder die Frauen zu Opfern. Vergewaltigung ist eine Kriegswaffe geworden, um den Anspruch auf Territorien, Rohstoffe und Macht zu demonstrieren. Aber auch im häuslichen Bereich nimmt die rücksichtslose Ausbeutung von Frauen und Mädchen, viele von ihnen noch unter 10 Jahre alt, immer dramatischere Züge an.

„Die kongolesische Regierung muss endlich ihre Verantwortung für den Schutz der Zivilbevölkerung ernst nehmen und die Übergriffe, die vor allem durch ihre eigenen Soldaten an Frauen und Mädchen begangen werden, sofort stoppen“, fordert Ilona Auer-Frege, Koordinatorin des kirchlichen Netzwerkes ÖNZ. „Aber auch die internationale Gemeinschaft muss alle Mittel nutzen, um im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit und durch diplomatischen Druck den Schutz für die Frauen und Mädchen zu verbessern. Die Vereinten Nationen, aber auch Deutschland als wichtiges Geberland haben viel Einfluss auf die kongolesische Regierung, und sollten diesen intensiv zum Wohle der Frauen und Mädchen nutzen.“

Das ÖNZ ist ein Netzwerk christlicher Hilfswerke in Deutschland für Frieden und Menschenrechte in Ruanda, Burundi und der DR Kongo. Mitglieder des ÖNZ sind Misereor, Brot für die Welt, Pax Christi, Diakonie Menschenrechte und die Vereinte Evangelische Mission.

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