ÖNZ-Studie: Umsiedlung und Stadterneuerungspolitik in Kigali / Ruanda
19. Mai 2010
Um internationale Investoren in Kigali anzusiedeln, hat die ruandische Regierung große Flächen im Zentrum der Hauptstadt zum Abriss freigegeben. Zehntausende Bewohner der Armensiedlungen wurden enteignet und vertrieben. Viele von ihnen wurden nicht ausreichend oder gar nicht entschädigt.
In einer umfassenden Studie zeigt das ÖNZ, wie die ruandische Regierung in den letzten Jahren versucht hat, Ruandas Wirtschaft innerhalb kürzester Zeit von der Subsistenzlandwirtschaft auf eine Exportökonomie umzustellen. Die Hauptstadt soll eine Handels- und Dienstleistungsmetropole für ganz Ostafrika werden.
In diesem Zusammenhang steht die Modernisierung der Hauptstadt. Bisherige Einwohner mussten ihre Häuser in der Innenstadt räumen, um Platz für neue „Business Districts“ zu schaffen. Betroffen waren vor allem Bewohner der ärmsten Stadtviertel. Sie erhielten nur in seltenen Fällen Ausweichquartiere, die gezahlten Entschädigungen reichten nicht aus, um Ersatzhäuser zu bauen oder zu mieten.
„Stadterneuerung und Umsiedlungspolitik in Kigali / Ruanda“ ist der Titel der Analyse, in der das ÖNZ die Zusammenhänge und die Stimmen der Betroffenen zusammengestellt und untersucht hat.
